HU 2008 - Argentinien

16.12.2008

OK... mit 30km Anreise ist das keine Motorradreise aber immerhin ist es das HU-Meeting in Patagonien!

Ein anderes Reisejahr geht zu ende, der Sommer ist in vollem Gange und schon ist es wieder Zeit für das nächste Reisetreffen. So hieß es letztes Wochenende »Willkommen zum HU-Meeting 2008« in El Condor, Argentinien!

Im letzten Jahr verließ ich das Treffen und verabschiedete mich von Oscar mit den Worten: »Wenn ich langsam genug bin, komme ich nächstes mal auch wieder vorbei!«. Naja, sollte irgendwie so kommen! Dieses Jahr konnte ich ihm glücklicherweise hier und dort helfen, wie ich es auch schon vorher versprochen hatte.

Schon vor dem Meeting trafen die ersten Reisenden in der Stadt ein. So hörte man von herumirrenden Motorradfahrern schon in der Woche davor. Am Freitagmorgen ging das Treffen auch schon los. Mit Ronald, Mathias, Andrea und Thomas waren wir tatsächlich 100%ig deutschsprachig! Eine halbe Stunde später kamen Goh und Samantha schon hinterher und wir waren mit Malaysia und Singapur wieder international.

Der Freitag verlief gewohnt gemütlich, nach und nach trafen die Reisenden ein, man fragte sich immer wieder wer denn nun als nächstes um die Ecke kommt. Oscar wird gefragt wer sich denn so angemeldet hat, andere erzählen von Reisenden die auch noch kommen wollen und keiner weiss wie viele wir denn nun sein mögen. Während des Tages bildeten sich zuerst die typischen Grüppchen... deutschsprachige in der einen und alle anderen in der anderen. Diese traurige Aufteilung wurde aber schnell wieder verworfen und alles mischte sich. Die Stimmung war, auch dank wunderbarem Wetter, einmalig.

Recht schnell war man sich einig die Kochtöpfe am Abend kalt zu lassen und das gemeinsame Essen lieber an die Parrilla, zu verlagern. Für die einen war es das erste Argentinische »Asado«, die anderen hatten schon einige Kilo Fleisch hinter sich. So oder so war die Vorfreude gross. Eine ordentliche Mischung Bier, Wein und Fleisch machten aus dem ersten Abend einen vollen erfolg. Geschichten wurden erzählt und Fragen gestellt bis die letzten um drei Uhr ins Bett fielen.


Der nächste Tag fing ebenfalls ganz wunderbar an, aus irgendwelchen Gründen war es nicht mal Windig. Für den kleinen Ort El Condor an der Atlantikküste Patagoniens eher ungewöhnlich und ein gutes Omen für das Treffen.

Zusammen mit einigen Nachzüglern, die über den Tag verteilt ankamen, wurden allerlei Informationen getauscht, Erfahrungen weitergegeben oder auch einfach nur Benzin gequatscht. Der »freie« Tag wurde also von jedem genossen. Seih es vor dem Zelt mit essen und trinken oder bei einer Spaziergang am Strand zum Wettbewerb der Kitesurfer.

Da mir keiner folgen wollte, machte ich mich alleine auf um mir etwas Spaß mit dem Motorrad in den Dünen zu gönnen. Etwas angeschlagen vom Vorabend und völlig überhitzt dank des Wetters, hielt ich es nicht zu lange aus. Machte mich also, nach dem zweiten mal Motorrad ausbuddeln, wieder auf den Rückweg. Verklebt mit schweiß und Sand aber mit breitem grinsen kam ich zurück, nach der Dusche, gesellte ich mich zu dem Bier trinkenden Rest der Gruppe.

Das Biertaxi, angeführt von Sunny, war wieder in aktion und sorgte für Nachschub im Camp und Nachschubprobleme in den Läden im Dorf. So verging die Zeit wieder unglaublich schnell, wind kam auf und im Schatten wurde es auch schon wesentlich kühler. Ein wenig Vorgeschmack Patagoniens für die Reisenden nach Süden, die bis dahin viel zu sehr vom Wetter verwöhnt wurden.

Etwas später ging es schon mit den Asadovorbereitungen los, die Versorgungslage war klar... inklusive Chorizos (Würstchen) waren es ca. 1kg Fleisch pro Person. (In Argentinien werden gewöhnlich 500gr. pro Person gerechnet, für Ausländer eher 400gr., da sie nicht daran gewöhnt sind. Die Idee in dieser Nacht war, etwas mehr zu haben um eventuell ankommende Reisende versorgen zu können. Erstaunlicherweise kam nicht nur kein zusätzlicher Reisender mehr an, es verschwand auch das ganze Fleisch auf der Parrilla!!) Während wir das Fleisch holten, handelte Mathias auch noch mit einem, auf dem Platz campenden Fischer (oder was er auch immer war!), einen Deal aus. So kamen noch Fische (Lenguados) zum Speiseplan hinzu. Nachdem aber Mathias und Sunny vorübergehend verschwunden waren und die Fische auf der Toilette neben dem Waschbecken herumlagen, kam Chefkoch Richard zum Einsatz und bereitete sie vor. Später, nach dezentem Fleischkonsum, fanden sich auch noch ein paar Leute, die die Fische essen wollten/konnten.

Die Runde war absolut glücklich und voll mit Fleisch, Bier und Rotwein. Zusammen mit Reisenden aus allerwelt, Motorradfahrern aus Argentinien und Familie Knecht und Freunden hatten wir wieder mal einen riesen Spaß!


Der nächste Morgen kam und war weit weniger schrecklich als im Vorjahr. Dort war kaum jemand dazu zu bewegen, sich auf da Motorrad zu setzen und zur Seehundkolonie zu fahren. Ich brauchte zuerst ein kaltes Bad im Ozean, bevor ich wieder funktionierte. Dieses jahr waren alle etwas frischer und starteten relativ Pünktlich zu »La Loberia«. Da die Gruppe beschlossen hatte, Oscar etwas als Dankeschön zu schenken, verpassten Marisol und ich den Ausflug dieses Jahr und waren zum Shopping in Viemda. War auch nicht weiter schlimm, wir sind ja gleich nebenan und holen den Ausflug später nach!

Auf der Rückfahrt von Viedma, ging es unter die Wolkendecke, die vom Atlantik herüberkam und es wurde, zusammen mit dem Wind, deutlich Kühler. Wir fanden die Gruppe auch schon am Treffpunkt zum Lamm essen. Die Wolken drückten scheinbar etwas auf die Stimmung, das legte sich aber spätestens beim Essen wieder, Stimmung kam zurück. Leider war das Essen und der Service der Besitzer nicht ganz so wie gewünscht, dafür wird im nächsten Jahr aber etwas anderes gesucht.

Nach dem Essen hieß es auch schon Abschied nehmen, die Ehrengäste des Meetings brachen auf. Das waren Joan und Daniel aus Cambridge. Unterwegs in Patagonien auf dem Fahrrad. Sie hatten einige wunderbare geschichten zu erzählen und trugen einiges zum Treffen bei. Der Grund für den Applaus bei ihrer unerwarteten Ankunft war ihr Alter, wir wissen es nicht genau aber Schätzungen liegen bei 65 Jahren! Dieses mal machen sie aber »nur« Patagonien, sie wollten es etwas »relaxter« machen als bei ihrer transamerica trip!!

Nach der Rückkehr zum Campingplatz gab es erst etwas Ruhe und Erholung von den 60 Tageskilometern... spontan sagte Miriam aus Italien zu, die Küche für heute Abend zu übernehmen, so brauchte nicht jeder seinen eigenen Benzinkocher anzuwerfen. Es gab also italienische Pasta für alle. Die Frage nach der Küche und grossen Töpfen, klärte Oscar im Handumdrehen, wir bekamen den Schlüssel für den leerstehenden Imbiss neben dem Campingplatz. Während der Arbeit in der Küche, kam Chefkoch Richard dazu und fragte ob er helfen kann, angefangen als Gemüseschäler, dauerte es nicht lange bis der ehemalige Savoy-Koch, wenigstens die hälfte der Küche an sich riss. Es gab, in italienisch-englischer Gemeinschaftsarbeit Pasta und gefüllte Paprika. Wieder ein abend an dem wir gegessen haben bis zum Platzen!

Dank Oscar hatten wir an diesem Abend einen warmen Raum zum sitzen und feiern. der Raum wurde mit der Zeit auch warm genug um nach draußen zu flüchten. Dennoch kamen alle zusammen um Oscar bei seiner Dankesrede zuzuhören. Oscars Dank an die Reisenden, ohne die das Treffen nicht möglich wäre, wurde von diesen mit kräftigem Applaus gewürdigt. Nach dem verteilen der Horizons Unlimited Aufkleber, hatten auch wir Oscar, Nancy, Florencia und der abwesenden Camilla zu danken. Die aus dem Boden gestampften Geschenke wurden übergeben. Das von Silke gemalte und von allen unterschriebenen T-Shirt und das Asadobrett mit dem Wort »Danke« in allen vertretenen Sprachen, wurden dankbar angenommen. Am Mittwoch darauf lagen beide schon unter dem Weihnachtsbaum von Familie Knecht!

Hier noch einmal an Oscar, Nancy, Florencia und Camila!

  • Danke - (Deutsch)
  • Tanks - (Englisch)
  • Jenkuje - (Polnisch) (???)
  • Tesekkür Ederim - (Türkisch)
  • Aitäh - (Estländisch)
  • Gracias - (Spanisch)
  • Grazie - (Italienisch)
  • Merci - (»Schweitzerdeutsch«)
  • Hvala - (Kroatisch)
  • Go Raibh Maith Aguit - (Irisch)
  • Terima Kasih - (Malayisch)
  • &%§$%$§& - (Mandarin)

Verzeiht mir die fehlenden Sonderzeichen!


Am Montag, dem letzten offiziellem Tag des Meetings, hieß es wieder »HELADO!«. Gemeinsame Fahrt nach Viedma und kurzer Photostop am »Plaza de los Immigrantes«. Danach entlang der Costanera am Rio Negro zum Eis essen. Bei Bombenwetter und leichter Abschiedsstimmung hatten alle gemeinsam einen schönen und faulen Nachmittag in Viedma. Nach Abschied von Familie Knecht, fuhren wir in die Innenstadt (zwei blocks weiter), damit jeder seine Dinge erledigen konnte. Der grösste Wunsch, Internetcafe wurde von Daniel, Miriam und Sunny erfüllt. Da alle Internetcafes in der Umgebung geschlossen waren, spendete Daniel Strom aus dem Landrover. Das W-Lan Signal wurde wie zufällig gefunden.

Der letzte Abend, Chefkoch Richard im Einsatz und verantwortlich für den köstlichen Salat (Sunny:»green stuff...«). Da wir noch ein paar Chirizos übrig hatten, ich aber der Meinung war, das man dafür die Parrilla nicht anschmeissen kann, kauften wir kurzerhand noch das eine oder andere kilo Fleisch. Also auch ein kleines »Asadito« (Sunny:»...and animals«) an diesem Abend.

So verging die Zeit auf dem Meeting auch dieses Jahr wieder erschreckend schnell. Wir verabschiedeten die Reisenden, dieses Jahr alle auf dem weg nach Süden. Die Abschiede untereinander fielen nicht zu traurig aus, sie sehen sich ja doch alle wieder. Abschied nehmen für Oscar, Marisol und mich war dagegen etwas härter. Viele Menschen haben wir kennengelernt und mussten nun wieder abschied nehmen. Einige wird man vielleicht auch noch mal wieder sehen. Anderen kann man nur mit e-Mails und Berichten im Internet folgen.

Es war ein tolles Wochenende mit euch - Danke!Gruß aus Patagonien - Viedma

Sebastian




P.S. (zur Englischen version): Vergebt uns diese Übersetzung ins Englische. es war das beste was wir zusammen in Teamarbeit machen konnten: Sebastian, Langenscheidt Deustch-Spanisch, Ich, mein Oxford English Dictionary und mein Larousse Englisch-Spanisch Wörterbuch... könnt Ihr euch unseren Tisch vorstellen??? Jetzt nehme ich die Gelegenheit war und wünsche euch allen Frohe Weihnachten, ein wunderbares neues Jahr und eine tolle Reise, wo ihr auch immer hin fahrt. Fahrt vorsichtig und geniesst es!!! Wir freuen uns euch irgendwann mal wiederzusehen.

Marisol


Der Campinghund auf besuch
Oscar beim Liveinterview mit dem Lokalradio
Oscar beim Liveinterview mit dem Lokalradio
Oscar beim Liveinterview mit dem Lokalradio

Entstehung eines Gruppenphotos mit Le Mans Einlage!