Motorradtransport

Wofür man sich auch immer entscheidet, ein Transport kostet Zeit, Geld und Nerven. Je nach Transportart kann man sich das eine oder andere davon sparen. Man sollte sich aber frühzeitig für die Art des Transportes entscheiden. Bei Seefracht genügt es, ein paar Wochen vor dem Abreisetermin zu buchen. Um die Frachtschiffsreise sollte man sich spätestens ein halbes Jahr vorher kümmern!

Luftfracht

Transporte per Luftfracht kommen ohne längere Wartezeiten aus, ersparen (scheinbar) komplizierte Zollabwicklungen und kosten Geld, und zwar mehr als die Seefracht. Ein Fahrzeug muß als Gefahrgut deklariert werden. Bis auf eine geringe Restmenge, muß das Benzin abgelassen werden. Die Batterie mußabgeklemmt werden. Fest montiertes Gepäck, kann an der Maschine bleiben.Weiter reichen meine Erfahrungen hier nicht, sobald ich mehr Infos habe, kommen sie auch.

Seefracht

Gute Erfahrungen habe ich übrigens mit Hamburg Süd in Buenos Aires gemacht. Sehr unkompliziert und freundlich. Sogar dreisprachig, wir hatten die freie Wahl zwischen Spanisch, Englisch und Deutsch! Kosten waren übersichtlich und es lauerten keine Überraschungen. Kontakt zu HH-Süd in Buenos Aires kann ich herstellen, wenn interesse besteht!

Bei Seefracht gibt es zum einen die Möglichkeit in einem Sammelcontainer unterzukommen oder die Maschine mit allem drum und dran in einer Transportkiste verpackt auf die Reise zu schicken. Bei Sammelcontainern teilt man sich die Kosten mit anderen, gewöhnlich dürfte es der Rest der Motorradgruppe sein. Das Motorrad stellt man samt Gepäck selber in den Container, schaut sich mit den anderen das Verplomben an und freut sich gemeinsam auf das Ausladen. Geht es mit der Transportkiste auf die Reise, verpackt man sein Motorrad in eben diese Kiste und schickt sie per Spedition auf den Weg zum Schiff.

Bei Transporten mit Sammelcontainern gibt es einen gerngemachten Fehler. Eine gemeinsame BOL (Bill of lading) für alle Maschinen / Fahrzeuge im Container ist fatal! Eine BOL pro Fahrzeug ist oberste Pflicht. Ansonsten kann man seine neu erlernte Fremdsprache gleich mit den Zöllnern im Zielland oder mit den Leuten in der Schlange vor dem geb$auml;de testen.

Frachtschiffreise

Wer sich eine Frachtschiffreise gönnt, der hat eine Menge Zeit und eine entspannte Reise. Für die Fahrt Hamburg - Buenos Aires ist man laut Fahrplan rund einen Monat auf See. Mir wurde aber schon mehrfach gesagt, ich sollte mich wenigstens auf eine Woche mehr einstellen. Obwohl ich weniger als die 38 (+7) tage gebraucht habe, es waren tatsächlich »nur« 32, war ich scheinbar mit dem »Lechero« (Milchmann) unterwegs, der in jedem Kaff hält. Die angelaufenen Häfen ändern sich von Tour zu Tour, also auch die Dauer der Reise.

Das schöne an der Frachtschiffsreise ist, daß das Motorrad auf dem gleichen Schiff unterwegs ist. Man fährt auf das Schiff und man fährt wieder vom Schiff runter. Die Einfuhr nach Argentinien ist z.B. wesentlich einfacher als auf den anderen Wegen! Es gibt keine weiteren fragwürdigen Kosten im Zielhafen, keinen Ärger mit dem Zoll, ...

Worauf bei einer Frachtschiffreise mit dem Motorrad zu achten ist... 

  • Einfach zu entfernende Anbauteile und Gepäck sichern oder abnehmen. Maschine ist beim Verladen in den Häfen normalerweise frei zugänglich, das Verladepersonal ist immer vom Hafen, nicht vom Schiff! (Es wird aber auch recht gewissenhaft aufgepasst.
  • Reichlich Lesematerial mitnehmen! Die Bücher kann man später anderen Reisenden in die Hand drücken, nach Hause schicken oder einfach an Bord lassen, so freut sich der nächste dem die Bücher ausgegangen sind.
  • Alte Klamotten für die Seereise mitnehmen. Da es sich nicht um einen Passagierdampfer handelt, wird es auch mal etwas dreckiger. Die Klamotten kann man dann noch immer wegschmeißen oder jemandem in die Hand drücken der sie gebrauchen kann. Es ist zwar nicht völlig schmierig an Bord aber man kann immer mal wieder ins Fett greifen!
  • Für die Frachschiffsreise benötigt man eine Auslandskrankenversicherung mit Krankenrücktransport und 24h Notrufnummer.

Transportkiste

In mehreren Motorradwerkstätten in der Umgebung habe ich jedes mal gehört, daß die Maschinen nur noch auf Mehrweg-Transportpaletten transportiert werden. Es gibt also scheinbar keine Möglichkeit mehr sich eine Transportkiste in einer Werkstatt zu besorgen.

Ansonsten kann man noch Unternehmen fragen die sich auf Transportverpackungen spezialisiert haben, bei anderen Reisenden fragen oder man baut sie sich selber. Einige Länder (u.a. Argentinien und Australien) verlangen eine spezielle Begasung oder auch Temperaturbehandlung der Transportkisten um die Einfuhr von Schädlingen zu verhindern. Das kostet natürlich wieder Geld, umgehen kann man das durch eine Transportkiste aus Metall oder durch einen Eigenbau aus Spanplatten, diese sind bei der Herstellung lange genug erhitzt worden um alle Schädlinge abzutöten. (Danke Christian) Allerdings habe ich aus Erfahrung in Argentinien lernen müssen, daß sich die Zuständigen nicht unbedingt dafür interessieren ob man nun Spanholz oder sonstwas hat... Holz = Geld!

Speditionen

Speditionsunternehmen und deren Geschäfte sind eine Wissenschaft für sich! Zumindest ich tue mich mit der Materie etwas schwer. Es gibt verschiedene Transportkonditionen, auch Incoterms genannt. In diesen wird geregelt wo Start- und Zielpunkt der Fracht liegen. Von Hafen zu Hafen, Haustür zu Hafen, Hafen zu Reling,...Trockene aber wichtige Materie. Stelle sich mal einer vor, die Kiste steht oben auf dem Schiff an der Reling und das Verladepersonal sagt nur noch »bitteschön!« Im Regelfall wird das in leichter verständlichen Worten von den Speditionen geregelt, ist aber dennoch gut zu wissen.

Zwei weitere Begriffe die ich gelernt habe sind LCL (Less Container Load) und FCL(Full Container Load). Bei Transporten für einzelne Motorräder hat man es mit LCL Ladungen zu tun.Diese richten sich dann nicht nur nach Maßen und Gewicht der Transportkiste sondern nach Frachtgewicht (oder so).Das ist, soweit ich es verstanden habe, das maximale Gewicht, das in das Volumen der Transportkistegeladen werden könnte. (Bitte korrigiert mich wenn ich hier falsch liege!)