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Motorradtransport

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Samstag, 17. März 2007 um 13:09
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Wofür man sich auch immer entscheidet, ein Transport kostet Zeit, Geld und Nerven. Je nach Transportart kann man sich das eine oder andere davon sparen. Man sollte sich aber frühzeitig für die Art des Transportes entscheiden. Bei Seefracht genügt es, ein paar Wochen vor dem Abreisetermin zu buchen. Um die Frachtschiffsreise sollte man sich spätestens ein halbes Jahr vorher kümmern!


Luftfracht

Transporte per Luftfracht kommen ohne längere Wartezeiten aus, ersparen (scheinbar) komplizierte Zollabwicklungen und kosten Geld, und zwar mehr als die Seefracht. Ein Fahrzeug muß als Gefahrgut deklariert werden. Bis auf eine geringe Restmenge, muß das Benzin abgelassen werden. Die Batterie muß abgeklemmt werden. Fest montiertes Gepäck, kann an der Maschine bleiben.
Weiter reichen meine Erfahrungen hier nicht, sobald ich mehr Infos habe, kommen sie auch.

Seefracht

Bei Seefracht gibt es zum einen die Möglichkeit in einem Sammelcontainer unterzukommen oder die Maschine mit allem drum und dran in einer Transportkiste verpackt auf die Reise zu schicken. Bei Sammelcontainern teilt man sich die Kosten mit anderen, gewöhnlich dürfte es der Rest der Motorradgruppe sein. Das Motorrad stellt man samt Gepäck selber in den Container, schaut sich mit den anderen das Verplomben an und freut sich gemeinsam auf das Ausladen. Geht es mit der Transportkiste auf die Reise, verpackt man sein Motorrad in eben diese Kiste und schickt sie per Spedition auf den Weg zum Schiff. Auch hier kann ich gerade mal mit theoretischem Wissen glänze, daher überlasse ich die Erfahrungsberichte denjenigen die sich auch wirklich damit auskennen. Vielleicht folgt auch hier noch mehr an Infos...

Frachtschiffreise

Wer sich eine Frachtschiffreise gönnt, der hat eine Menge Zeit und eine entspannte Reise. Für die Fahrt Hamburg - Buenos Aires ist man laut Fahrplan rund einen Monat auf See. Mir wurde aber schon mehrfach gesagt, ich sollte mich wenigstens auf eine Woche mehr einstellen. Obwohl ich weniger als die 38 (+7) tage gebraucht habe, es waren tatsächlich »nur« 32, war ich scheinbar mit dem »Lechero« (Milchmann) unterwegs, der in jedem Kaff hält. Die angelaufenen Häfen ändern sich von Tour zu Tour, also auch die Dauer der Rewise.

Das schöne an der Frachtschiffsreise ist, daß das Motorrad auf dem gleichen Schiff unterwegs ist. Man fährt auf das Schiff und man fährt wieder vom Schiff runter. Die Einfuhr nach Argentinien ist z.B. wesentlich einfach als auf den anderen Wegen! Es gibt keine weiteren fragwürdigen Kosten im Zielhafen, keinen Ärger mit dem Zoll, ...

Worauf bei einer Frachtschiffreise mit dem Motorrad zu achten ist... 

  • Einfach zu entfernende Anbauteile und Gepäck sichern oder abnehmen. Maschine ist beim Verladen in den Häfen normalerweise frei zugänglich, das Verladepersonal ist immer vom Hafen, nicht vom Schiff! (Es wird aber auch recht gewissenhaft aufgepasst.
  • Reichlich Lesematerial mitnehmen! Die Bücher kann man später anderen Reisenden in die Hand drücken, nach Hause schicken oder einfach an Bord lassen, so freut sich der nächste dem die Bücher ausgegangen sind.
  • Alte Klamotten für die Seereise mitnehmen. Da es sich nicht um einen Passagierdampfer handelt, wird es wohl auch mal etwas dreckiger. Die Klamotten kann man dann noch immer wegschmeißen oder jemandem in die Hand drücken der sie gebrauchen kann. Es ist zwar nicht völlig schmierig an Bord aber man kann immer mal wieder ins Fett greifen!
  • Für die Frachschiffsreise benötigt man eine Auslandskrankenversicherung mit Krankenrücktransport und 24h Notrufnummer.

Transportkiste

In mehreren Motorradwerkstätten in der Umgebung habe ich jedes mal gehört, daß die Maschinen nur noch auf Mehrweg-Transportpaletten transportiert werden. Es gibt also scheinbar keine Möglichkeit mehr sich eine Transportkiste in einer Werkstatt zu besorgen.

Ansonsten kann man noch Unternehmen fragen die sich auf Transportverpackungen spezialisiert haben, bei anderen Reisenden fragen oder man baut sie sich selber. Einige Länder (u.a. Argentinien und Australien) verlangen eine spezielle Begasung oder auch Temperaturbehandlung der Transportkisten um die Einfuhr von Schädlingen zu verhindern. Das kostet natürlich wieder Geld, umgehen kann man das durch eine Transportkiste aus Metall oder durch einen Eigenbau aus Spanplatten, diese sind bei der Herstellung lange genug erhitzt worden um alle Schädlinge abzutöten. (Danke Christian)

Speditionen

Speditionsunternehmen und deren Geschäfte sind eine Wissenschaft für sich! Zumindest ich tue mich mit der Materie etwas schwer. Es gibt verschiedene Transportkonditionen, auch Incoterms genannt. In diesen wird geregelt wo Start- und Zielpunkt der Fracht liegen. Von Hafen zu Hafen, Haustür zu Hafen, Hafen zu Reling,... Trockene aber wichtige Materie. Stelle sich mal einer vor, die Kiste steht oben auf dem Schiff an der Reling und das Verladepersonal sagt nur noch »bitteschön!« Im Regelfall wird das in leichter verständlichen Worten von den Speditionen geregelt, ist aber dennoch gut zu wissen.

Zwei weitere Begriffe die ich gelernt habe sind LCL (Less Container Load) und FCL (Full Container Load). Bei Transporten für einzelne Motorräder hat man es mit LCL Ladungen zu tun. Diese richten sich dann nicht nur nach Maßen und Gewicht der Transportkiste sondern nach Frachtgewicht (oder so). Das ist, soweit ich es verstanden habe, das maximale Gewicht, das in das Volumen der Transportkiste geladen werden könnte. (Bitte korrigiert mich wenn ich hier falsch liege!)

Aktualisiert ( Freitag, 19. Dezember 2008 um 16:42 )