Península Valdéz

Nachdem wir ein paar Tage nach Valdéz gereist sind, andere schaffen es in 1-2 Tagen über die Ruta 3, fuhren wir erst einmal wieder asphaltiert über die Ruta 2 auf die Halbinsel. Gegen 40 Arg$ wurden die Schranken geöffnet und wir wurden mit dem Hinweis auf das neue 20 km entfernte Besucherzentrum hereingelassen. Dort angekommen gab es nach einem Automatenkaffee, sowie einer kurzen Einführung in die Flora und Fauna der Insel. Es folgte ein Smalltalk über Ramstein und Die Toten Hosen, die hier beide nach wie vor sehr beliebt sind. Was DTH angeht kann ich das ja verstehen aber... naja, anderes Thema

Da wir unser Camp in der Pampa wegen Wind und Wetter etwas überstürtzt abgebrochen hatten, was leider auch völlig überflüssig war, waren wir nur von einem Gedanken gesteuert:»Essen... Kaffee!« - Das sind keine zwei Gedanken, die gehören zusammen! Entsprechend stur steuerten wir das erste Restaurant in der Stadt an das uns über den Weg kam. Wir belagerten es, dreckig wie wir waren.

Unterkünfte gibt es in Puerto Piramides (der einzigen »Stadt« auf der Insel) mittlerweile reichlich. Zum einen gibt es die beiden Campingplätze, wobei Camping Municipal in dem Ruf steht öfter mal von Langfingern besucht zu werden, außerdem gibt es schier zahllose Cabañas, Hostels und private Unterkünfte. Abgestiegen sind wir im ersten Hostel links... Backpackers Inn, direkt am Ortseingang. Kaum standen unsere Motorräder vor der Tür, lief der Laden und es kamen auch andere Motorradfahrer herein. Meinen Hinweis, vielleicht Motorradatrappen aufzustellen, nahm man nicht ernst. Im Hostel geht es sehr gemütlich zu, dank der netten Angestellten gab es auch überwiegend gute Musik zu hören. Alles in allem gemütlich genug um abends mit sechs Leuten 21 Flaschen Quilmes zu erledigen, ich spreche hier von 1 ltr Flaschen! Auch ansonsten ist das Hostel in Ordnung, sauber, sicher und mit 25 Arg$ nicht zu teuer.

Neben den Unterkünften in Puerto Piramides gibt es natürlich auch die schönsten Ecken auf Valdéz um auch mal wild zu campen. Zwei nette Orte haben wir entdeckt bzw. wir haben die Tips dazu bekommen.

Bootstouren

Über die Bootstouren zu den Walen hört man ja die tollsten Geschichten... wir waren scheinbar zu spät! Natürlich wußten wir vorher schon, daß es Mitte Dezember fast zu spät ist. Versuchen wollten wir es aber dennoch. Das Highlight unserer Bootstour bestand darin, daß vier Touriboote einer Walmutter und ihrem Kalb hinterherjagten. Die Wale zeigten dann ab und an mal ihren Rücken und das war es auch schon. Ich sehe mir Tiere zwar gerne in Freiheit an, bin auch völlig zufrieden mit dem was ich gesehen habe (obwohl es nicht fototauglich war), allerdings halte ich diesen Aufwand und die Belästigung der Wale eher für bedenklich und übertrieben!

Definitiv einfacher war es auf dem Wildplatz, wo uns die drei Wale fast schon über die Füße schwammen! Glück muß man eben haben.



Inselrundfahrt

Die Inselrundfahrt sollte man sich keinesfalls entgehen lassen! Auf dem äußeren Rundweg, der die Hauptaussichtspunkte beinhaltet, legt man ca. 240 km zurück. Die Geschichten, die ich über diese Wege hörte, waren grausam... knietiefer Schotter, 100 m lange Sandfelder, ich konnte nicht mehr, Die schlimmsten Pisten Südamerikas/Argentiniens, ... Ich nehme mal an, daß sie wirklich mal so aussahen, das dürfte nun aber schon lange her sein! Zwar sind die ersten 5 km wirklich recht weich und verspurt vom feinsten, was zu einem regelrechten Eiertanz mit dem Motorrad wird, allerdings sind die restlichen 230 km die reinste Schotterautobahn. Schwierige Passagen muß man sich schon selber suchen. Vielleicht gibt es hier und da mal Sand oder auch eine tiefere Spurrille, ist aber alles kein Grund zuviel Angst vor den Pisten zu haben. Die Rundfahrt ist ohne weiteres machbar!

S42°40'19" W063°37'20"

Der Platz liegt an der östlichen Route der Insel. Ungefähr 11 km nördlich von Punta Delgada geht ein kleiner Weg nach rechts ab und führt zwischen den Hügeln zur Steilküste. Der Platz neben den stacheligen Pflanzen reicht locker für zwei oder drei Zelte. Von der Straße aus ist man dort nicht zu sehen und man hat an der Steilküste eine wunderbare Aussicht auf eine große Seehundkolonie.

S42°37'06" W64°16'12" -- S42°34'57" W064°14'41"

Dieser Platz und noch weitere nette Möglichkeiten sind ca. 18 km von Puerto Pirámides entfernt. Auf dem »Zubringerweg« zur Inselrundfahrt geht ca. 1 km vor den Abzweigen nach Punta Delgada und Punta Norte ein Weg rechts ab, der an den großen Sanddünen vorbei zu den verschiedenen Plätzen führt. Die Auswahl besteht aus einem Strand, einem »Hochplateau« und noch einem Steinplateau. Auf letzterem haben wir unser Camp aufgeschlagen, hatten den herrlichsten Sonnenuntergang den ich je gesehen habe und wurden beim Morgenkaffee von drei vorbeischwimmenden Walen gegrüßt.

Puerto Pirámides (Südwesten)...

...ist der einzige richtige Basispunkt auf der Insel. Mit den beiden Supermärkten, der Tankstelle, den Unterkünften, den Internetcafes und dem Hafen ist dort schon einiges los. Man kann an einem Samstagabend auch sehr gut feiern gehen - selber erprobt!

Punto Pirámides

Puerto Pirámides

Gleich neben dem gleichnamigen Puerto, erreicht man über eine nette und etwas anspruchsvollere Piste. Der Aussichtspunkt bietet auf einem Steinplateau einen netten Überblick über die Bucht. Neben Seehunden kann man von dort aus Touristenboote beobachten. Ab und an werden diese Boote auch mal von einem Wal verfolgt!

Punta Delgada (Südost)...

...ist im Militärbesitz und nur von 11 bis 16h geöffnet. Nach mehrfachen Hinweisen, daß sich der Besuch nicht lohnt, ließen wir ihn auch aus.

Punta Cantor (Osten)...

...mit seinen Cabañas, Toiletten und der großen Mensa liegt natürlich voll im Trend. Sonnenhuttragender Blitzlichtknipser. Man sollte aber auch als normal tickender Mensch nicht einfach vorbeifahren! Über einen kleinen Weg kommt man bis hinunter an den Strand, wo es gerade mal noch 20 m bis zu den Seehunden ist. Solange keine Touristenscharen über den Strand herfallen dürfte das auch noch gut gehen! Der Weg führt noch weiter nördlich bis zur »Caleta Valdéz«, einer Bucht, die sich (im geologischen Sinne) mit beeindruckender Geschwindigkeit schließt.

Pinguinkolonie (Osten)

Etwa 5-10 km nördlich von Punta Cantor gibt es einen Parkplatz, der zu einer Pinguinkolonie führt. Mit etwas Glück sieht man die Magellanpinguine aus nächster Nähe. Die Pinguine wirken dabei übrigens gelassener als die Menschen auf der anderen Seite des Zauns

Punta Norte (Norden)...

...besteht auch wieder aus Touristeneinrichtungen wie Aussichtsplattformen, Kiosk, Cafe und Toiletten. Zu sehen gibt es Seehunde und Seelöwen. Man kommt zwar nicht so dicht heran, kann allerdings mit etwas Glück die Orcas beim »Frückstück« beobachten. Auch in diesem Fall waren wir wohl etwas spät dran, allerdings muß man sich wohl so oder so etwas mehr Zeit für diesen Ort nehmen um spielende Orcas zu entdecken.