Ushuaia

Bei »Camping Rio Pipo« in Ushuaia kann man es wirklich recht gut aushalten, so fand ich hier eine nette Station, um über Weihnachten und Silvester unterzukommen.

Wieder einmal steckte ich also mitten in einem Travellermeeting. Weihnachten feierten wir ungefähr mit 20 Motorradfahrern, zwischendurch gab es nur noch eine Kernbesatzung aus sechs Leuten, die zu Silvester wieder zu einem bunt gemischten Haufen von über 20 Leuten anwuchs.

Die Stadt selber ist zwar ein wenig touristisch und voll von Menschen mit Wörterbuch unter dem Arm, Kamera um den Hals und Sonnenhut auf dem Kopf. Aber man kann es doch recht gut ertragen. Man bekommt erstaunlicherweise alles was man sich so wünscht, denkt man mal daran wo die Stadt liegt. Hauptanlaufziel für die meisten ist natürlich der Hafen mit den (ab und zu sinkenden) Ausflugsdampfern aus der Antarktis. Da man für solche Trips irgendwas zwischen 3.000 und 5.000 US$ hinlegt, fiel die Antarktisrundfahrt für mich natürlich aus. Abgesehen davon hatte ich ja schon vier Wochen auf See, ohne Eisberge aber immerhin mit brennenden Autos und Ausflug ins Hafenbecken.

Ja... was gibt es hier sonst so? Die Gegend um Ushuaia ist schlichtweg atemberaubend. Verstärkt wird das Gefühl natürlich durch die Pampa, durch die man erst mal kommen muß. Die Ruta 3 wird auf einmal zu einer richtig schönen Straße. Sie windet sich über Pässe, durch Täler und Schluchten. Die Landschaft ist unglaublich grün und abwechslungsreich. Das Grün ist die Sorte Grün, die einen direkt angrinst und sagt: »Du weißt schon, daß es etwas mehr Wasser braucht um so grün zu sein wie ich??«. Wenn man sich mit den Wetterbedingungen hier angefreundet hatte, hat man gute Karten sich wohlzufühlen... für die nächsten fünf Minuten, dann ändert sich das Wetter wieder!!

Eine der Hauptattraktionen auf Feuerland ist eindeutig der Nationalpark Tierra del Fuego. Von Ushuaia aus fährt man etwa 12 km zum Parkeingang, die RN 3 wird hier wieder zur Schotterstraße und führt durch den Nationalpark bis zu dem weltberühmten Schild. Bevor wir etwas anderes unternahmen, mußten wir natürlich für das Foto zum Schild. Nun sieht s auf den Travellerseiten immer so idyllisch aus, da stehen ein bis fünf Motorradfahrer einsam und verlassen vor diesem Schild, sonst ist kein Mensch zu sehen... es geht auch anders und ich befürchte, das ist der Normalfall. Es gibt hier eine ganz bestimmte Gattung von Menschen, sie bewegen sich in Rudeln und benutzen große und laute Fortbewegungsmittel, in denen sie Sonnenschirme, Kameras und blöde Fragen transportieren. Auf dem Weg durch den Nationalpark sahen wir schon das eine oder andere Touristenmutterschiff auf der Straße. Am Ende der Ruta 3 angekommen, wurde es richtig gut. Ein Geschwader aus Mutterschiffen wartete bereits auf dem Parkplatz und wurde die ganze Zeit über kräftig mit Nachschub versorgt.

Um das Foto zu machen stellten wir unsere Maschinen schön neben dem Schild (Anmerkung für AT Fahrer mit breiten Teschboxen: Die verdammten Holzpfeiler die im Boden stecken sind zu schmal, man muß wohl oder übel außen herum über die Wiese!) und warteten die erste, zweite und dritte Welle unserer Zuschauer ab. Will man dann tatsächlich sein Bild machen, so reicht es sich samt Motorrad breit zu machen, dann hat man erst einmal Ruhe. Nach Weihnachten und Silvester bei Rio Pipo und dem »erledigten« Foto, bin ich nun auch »echtes« Mitglied im Stammtisch Ushuaia - versprochen ist versprochen, ich war da!

Damit es nicht heißt ich hätte hier nur gefeiert, gibt es noch ein paar Bilder von meiner Wanderung im Nationalpark. Ja, ich bin gewandert! Abgesehen von meinem Rücken hat es mir auch ganz gut getan. Glücklicherweise war ich ja in Begleitung von Carola unterwegs, die sich auch in Ushuaia wieder um meinen Rücken kümmern durfte.