Südchile

Nicht zuletzt wegen meiner Reifenpause in El Calafate verlor ich den Anschluß zu Carola und den anderen. So hatte ich noch ein paar entspannende Tage auf dem Campingplatz und machte mich etwas später auf den Weg nach Norden.

Über eine der "netteren" Pisten flüchtete ich aus der Pampa rund um Bajo Carracoles in Argentinien. Entlang dem Lago Posadas und Lago Irigoyen kam ich über den Paso Roballos nach Chile und rettete mich in die grüne Bergwelt auf der anderen Andenseite. Die vorgeschriebene Tour nach Villa O´Higgins im Süden erledigte ich nicht ganz, ich machte es lediglich nach Caleta Tortel. Eine Übernachtung gönnte ich mir in dem kleinen, aus Holzstegen bestehenden Dorf.

In Südchile, entlang der Carretera Austral, stieß ich immer wieder auf alte Bekannte, sei es Carlos oder auch Chuck, der überaus freundliche Ami aus Washington, dem ich nun zum fünften Mal über den Weg fahre oder auch die eine oder andere neue Bekanntschaft in Cochrane oder Coihayke. So wurde ich zum Beispiel zum Postboten für einen holländischen Radfahrer... die Post in Chile ist unverschämt teuer, so nahm ich sein Päckchen mit nach Argentinien.

Auf dem Weg nach Coihayke...

Nach einer Nacht in Coihayke, die sich plötzlich zu drei Nächten ausgeweitet hatte, folgte ich den Pfaden der anderen weiter nach Norden. Nun fährt ja jeder die Ruta7 - Carretera Austral "de Augusto Pinochet" - so ist es auch schwer sich aus dem Weg zu gehen. Ganze vier Stunden nach Coihayke stieß ich also wieder auf alte Bekannte. In Las Juntas, im Nirgendwo, verbrachte ich also die Nacht mit Chuck, Renz auf seiner Africa Twin und Peter und Carol aus Kanada mit dem vielsagenden Kennzeichen "RTW 02". Am Morgen unternahm ich mit Chuck den Versuch einen kleineren netten Grenzübergang zu benutzen. Man ließ uns wegen der beiden Flüsse im Niemandsland nicht durch...

Es sei unmöglich für uns durchzukommen und wenn wir einmal Chile verlassen haben, können wir ohne Ein- und Ausreise in Argentinien nicht mehr rein. Leicht frustriert kehrten wir also um, 70 km zurück zur Ruta 7 und ab nach Futaleufu.

Über Futaleufu kamen wir zu Zweit zurück nach Argentinien und machten uns ohne große Eile auf den Weg nach El Bolson. Unterwegs verbrachten wir beide noch eine Nacht mit vier Flaschen Wein im Nationalpark Los Alerces - Natürlich war ich am nächsten Morgen Schuld!

Und ab ging es nach El Bolson...