San Rafael

Wow, ich bin heute erst losgefahren und fange jetzt schon an den Bericht zu schreiben, na gut, ich muss noch ältere fertig schreiben aber das spielt ja jetzt keine Rolle...

Carola und ich planten, nach unserem Abschied von Ali in Bardas Blancas, eine »kurze« Pause auf einer britischen Finca in San Rafael einzulegen... Bei Ankunft in SanRafael hatten wir wieder das gleiche problem, dass ich auch schon in El Bolson hatte - ich wusste nicht wohin!

Na gut, erst mal was zum Essen einkaufen und auf zum Campingplatz, morgen finden wir schon heraus wo die Finca ist! Nach einer abendlichen Musiksession per Laptop, begleitet von drei Flaschen Wein, war ich am nächsten Morgen natürlich auch wieder der Schuldige! Bei einem Besuch im Internetcafe bekam ich dank Javier in BsAs auch recht schnell die Telefonnummer von Annette, prompt riefen wir bei den beiden an und durften trotz voller Hütte vorbeikommen.

Nur dank dem Tip von Ken und Carol Duval kamen wir auf die Idee die Finca zu besuchen und wurden von John und Annette auch freundlicherweise dazu eingeladen dort zu wohnen. Wir wurden von ihnen herzlich aufgenommen und bekamen nach und nach gezeigt wie es hier so läuft.

Neben Gastgebern und Gästen gab es ausser Enten und Hühnern noch die obligatorische Katze (genannt - Cat) und Rita, Rosie, Blacky, Mo, Posh, Floppy und Sporty... die Hunde des Hauses, wobei die letzten vier gerade erst zwei Monate auf dem Buckel hatten. Bei meinem Herz für Hunde hatte die Bande natürlich sofort bei mir gewonnen, an Carola´s Eifer kam ich aber dennoch nicht heran! Sobald sie vor dem Haus sass, griff sie um sich und hatteirgendeine Mischung aus Katze und einem der Hunde im Arm.

Da eine solche Farm (Finca) gewöhnlich etwas mit Pflanzen und Früchten zu tun hat, bekamen wir mal wieder zu sehen, das nicht alles was im Supermarkt liegt auch dort wächst. In diesem Fall waren wir in der Abteilung Pflaumen, Weintrauben und Wallnüsse... Die Weintrauben bauen sie noch a, solange sie Platz und Zeit dazu haben, der Profit hält sich bei der kleinen menge wohl in Grenzen und Ernte und Pflege sind sehr aufwändig. Die Wallnüsse werden als vom Baum herabfallendes Übel anerkannt, die Garage ist schon voll davon. Hauptstandbein sind die Pflaumen, sie wachsen bekanntermassen an Bäumen und enden frisch oder getrocknet im Supermarkt. Der ausgeschlafene verbraucher wird feststellen das es da eine Lücke gibt. sie besteht aus dem schütteln der Bäume, dem aufsammeln und auch noch aus dem Trocknen der Pflaumen. Nun machen das diese kleinen, blau-violetten und höchst abführenden Früchte nicht von alleine, da wird schon noch gearbeitet...

Aus Dankbarkeit für die Gastfreundschaft in der Finca Rita haben wir natürlich mit angepackt wo Hilfe nötig war. Neben den normaleren Hilfen im Haushalt rückten wir mit aus in das Pflaumenfeld und schüttelten und sammelten was das Zeug hielt. Danach ging es noch ums trocknen. Auf dem Gelände einer befreundeten Finca.

So fuhr ich mit John also um San Rafael herum, verteilte »nasse« Pflaumen auf Trockengestelle und sammelte kistenweise trockene Pflaumen ein um sie im Schuppen einzulagern. So einfach wie sich das alles anhört... Gewicht (der Pflaumen!) und Hitze machen einem doch zu schaffen!!

food

Wie dem auch seih, bei solchen Gastgebern hilft man gerne. So habe ich dort jedenfalls fast zwei Wochen verbracht und genossen, bin aber schliesslich doch zur Geburtstagsparty in Azul aufgebrochen. Carola Carola gefiel es so gut, sie ist noch dort geblieben... Na ja, ich wollte auf jeden Fall nach Azul, sie ja eigentlich auch aber leider ist ihr noch was dazwischen gekommen (Du dachtest wohl Du kommst ohne Erwähnung davon!?)


Am ersten Abend in San Rafael an einer Ampel...

Carola: Du... meine Maschine hört sich etwas komisch an!

Sebastian: ???

Zicke:Klack klackklack ratter schnarr klackklack

Sebastian: !!! - Wie wär es mit Öl?

Carola: Am Campingplatz

Sebastian: Da vorne!

Nun ja , alles in allem waren die Geräusche etwas gedämpfter aber durchaus noch da, sie liessen sich auch beim besten willen nicht wegignorieren! Meine eher grundlegenden Motorkenntnisse halfen bei der Diagnose auch nicht unbedingt weiter. John und Phil, der auch gerade zu Gast war, waren sich da schon etwas sicherer. Nachdem ein örtlicher Mechaniker die Zicke zerlegt hatte, hatten sich auch ihre Vorhersagen bewahrheitet...

Ich hoffe ich kann genau so darüber schreiben wenn mir soetwas passiert...

Das Kolbenlager (? - »small end bearing«) war gerade dabei den Betrieb einzustellen, als netter Nebeneffekt ist der Kolben selber mit Riefen gestraft. Schuld waren dabei ein defekter Ansaugstutzen, ein dezent zugesetzter Luftfilter und vielleicht auch noch Ölmangel... da macht so eine »Zebrazicke« (XT600) nach stolzen 80.000km schon mal ärger!

Das war also ein weiterer Grund für den verlängerten Aufenthalt, das Zebra wird gerade überholt!


San Rafael

Im Lonely Planet steht geschrieben, das die Stadt nur deshalb so tranquilo ist, weil hier nix los ist... Mit nichten liebe Leute!

Das Nachtleben ist ist vielleicht nicht so richtig toll (vor allem verglichen mit Mendoza) aber alleine in den zwei Wochen in der näher der Stadt hätte (!) man so einiges erledigen können. Auch das Umland hat noch das eine oder andere zu bieten.

Durch die vielen Crossmaschinen die das Umland unsicher machen gibt es auch gute Motorradläden und Mechaniker die das Leben eines Reisenden versüssen können.

OK, Mendoza ist nicht weit und hat garantiert weit mehr zu bieten. Wer es aber lieber etwas ruhiger und kleiner hat ist hier gut aufgehoben!