Dakar Motos

Versucht man die am besten geeignete Unterkunft in Buenos Aires zu finden, so landet man als »normalreicher« Motorradfahrer unweigerlich bei Dakar Motos in Vicente Lopez. Natürlich stoßen auch andere Reisende zufällig auf diese Adresse, ich kannte sie bereits durch die Mundpropaganda anderer Reisender und war fest entschlossen sie anzusteuern! ...

Ich fuhr zusammen mit Axel und Renee aus Liechtenstein vom Hafen in Richtung des Vorortes. Nach ein paar Irrwegen fanden wir auch die eher unauffällige Tür mit der aufgepinselten »1379«. Ich rechnete eher mit einem großen auffälligen Schild mit dem berüchtigten »Tuareg« in der Mitte, stattdessen gab nur ein unauffälliges und schlichtes Tor. Hätten Sandra (DakarMotos) und Daniel (bekannt aus BsAs, Ushuaia und Salta) nicht gleich die Tür geöffnet, so hätte ich wohl noch ein wenig über die Adresse gerätselt.

Hinterhof

Sandra, die bessere Hälfte der Hausherrn, empfing uns auf eine so freundliche und herzliche Art, daß ich mich gleich wohl fühlte. Die ursprüngliche Unruhe über einen längeren Aufenthalt in BsAs verging fast schlagartig. Sandra und Daniel, der irgendwie schon zum Inventar gehört, zeigten uns alles und erklärten die »Hausregeln«. Regeln, die zögerlich und nur ungern aufgestellt wurden, aber nur für ein gutes Zusammenleben der Reisenden, die auf dem recht engen Raum leben wollen, sorgen sollen. Sie sind weniger abschreckend als es sich der eine oder andere vorstellt, sie beinhalten eigentlich nur das selbstverständliche Verhalten wenn Menschen auf engem Raum zusammenleben und sich Bad, Kühlschrank und Küche teilen.

Wartung auf Englisch

Während der Einführung lernten wir die anderen Gäste kennen. Es waren der, wieder nach Argentinien zurückgekehrte, Gerben aus Friesland (NL) und ein englisches Pärchen, Nick und Lesley Poole. Später am Abend lernten wir bei einer Pizza in der Nachbarschaft auch Javier, die nicht unbedingt schlechtere Hälfte des Dakar Motos Teams, kennen.

»Staff«

Javier & Sandra

Ein unheimlich hilfsbereites Paar, das bei ausreichendem Platz bisher noch nie einen Gast abgelehnt hat, dadurch aber leider auch schon öfters enttäuscht wurde.

Der Tuareq

Trotz der einen oder anderen Undankbarkeit eines Gastes oder Kunden ist ihre Gastfreundschaft und Hilfsbereitschaft ungebrochen. Von Unterkunft bis zur Lösung technischer oder formaler Probleme mit dem Zoll sind sie zur Stelle. Nicht zuletzt sind die beiden auch eine nette Gesellschaft und lehnen es, wenn es die Zeit erlaubt, auch nie ab, sich zu einem (2,3,4...) Kaffee zu ihren Gästen zu gesellen.

Gleich hier: Danke für die schöne Zeit bei Euch - Thanks for the nice stay in your workshop!

Negrita

Der kleine Werkstatt-Tiger ist zwar schon durch den Dakar Motos Fanclub bei Facebook weltweit bekannt, soll aber hier auch erwähnt werden!

Werkstattkatze

Durch sie kann man sich selbst als Alleinreisender nicht sicher sein alleine zu schlafen. Ob man nun in einem der Betten schläft oder draußen im Zelt, sie findet ihren weg und sucht sich ihre Lieblingsgäste aus. So muß man damit rechnen im Vorzelt von einer Katze überrascht zu werden die zu gerne ganz im Zelt verschwinden würde.

Liegt sie nicht in einem der Betten oder Zelten, so verbringt sie ihre Zeit mit der Beschäftigung der Gäste oder mit der Jagd nach Libellen und anderem Getier.

Gäste

Das interessanteste an dieser Motorradwerkstatt mit eingebautem Hostel ist das ständige Kommen und Gehen der Gäste. Die einen schauen nur mal wieder vorbei weil sie gerade in der Nähe sind und einen Kaffee oder Mate trinken wollen, andere bleiben bis sie alles geregelt haben und es sie wieder auf die Straße oder nach Hause zieht.

In meiner Zeit in Buenos Aires habe ich allerlei Menschen kennengelernt. Da wären natürlich Javier und seine Freunde, mit denen man unbedingt mal eine Runde auf dem Motorrad durch die Stadt drehen sollte oder vielleicht doch lieber gemütlich beim Asado oder Mate-Tee zusammen sitzt.

Auf seiner Durchreise nach Südafrika lernte ich den kalifornischen Weinliebhaber Allan Karl kennen. Die eine oder andere Flasche Wein ging bei einer abendlichen Sitzung mit Gerben und Daniel drauf. Die nächste verpaßte ich leider, aber sie war wohl so erfolgreich wie die erste.

Ebenfalls auf der Durchreise nach Afrika waren Dwaine aus Kanada, der allerdings beruflich dorthin mußte und seine BMW in BsAs abgestellt hat, und Grant und Julie aus Australien. An ihrem ersten Abend bereiteten sie für die ganze Mannschaft ein Chicken Curry vom feinsten und läuteten so einen herrlichen Abend ein. Man gebe Julie etwas zu trinken, einen I-Pod mit gemischter Musik und einen Kochlöffel und für Spaß ist gesorgt. Nun, nach zweieinhalb Jahren in Amerika, sind die beiden und ihre V-Strom unterwegs auf neuen Wegen.

Gerade zum Auftakt ihrer Reise sind auch die beiden Iren Peadar und Stephen. Als Reisende erfahren durch Australien und Asien, sind sie auf ihren Motorrädern aber noch recht frisch. Für ihren Trip von Argentinien nach Alaska haben sie sich extra Führerscheine und die beiden F-650 BMWs besorgt. Ein richtig lustiges Gespann, dem ich hoffentlich noch mal auf der Straße begegne.

Experimente
Aufkleberwand
Fahnensammlung
Axel & Renee
Die Küche
Rock N Roll
Glücksspiel
Werkstatt
Wohnflügel