Frachtschiffreise - Grimaldi

Unser Schwesterschiff

Eine vierwöchige Reise auf einem Frachtschiff kann für die einen natürlich verdammt langweilig, für andere aber auch ein wunderbarer Auftakt zu einer langen Reise sein.

Ich gehöre zum Glück zu den anderen!

Der Auftakt bestand aus einer (vorerst) letzten Motorradtour mit meinem Vater nach Hamburg, dort angekommen, verbrachten wir Abends und am nächsten Tag unseren Abschied. Nachdem wir auf der Reeperbahn unterwegs waren und gemütliches Sightseeing in Hamburg betrieben hatten, ging es auf in Richtung Hafen. Dort angekommen wurde das Chaos der Verladung bewaeltigt und der Abschied zelebriert.

Passagiere an Deck

Bei diesem Abschied ergab sich schon der erste Kontakt zu den anderen Passagieren - Werner und Malte die mit ihrem Camper durch den südlichen Teil Süd-Amerikas reisen wollen und Renato und Nicol - Die coolsten Schweizer Großeltern, die ich je kennenlernte - vom Team Oryx. Renato und mein Vater verstanden sich auch prompt und so ergab es sich, daß ein 29 jähriger Mann mit den Worten Ihr Junge ist bei uns gut aufgehoben, übergeben wurde!! - Diesen ersten Gag haben Renato und ich uns auch vier Wochen lang unter die Nase gerieben.

Nun ging es los auf diesen Trip der uns von Hamburg über Tilbury, Antwerpen, Le Havre, Bilbao, Dakar, Conakry, Salvador de Bahia, Rio de Janeiro, Santos und Zarate nach Buenos Aires bringen sollte. Die ersten Tage vergingen auch schon wie im Fluge und ich machte mir Sorgen um meinen kleinen Spanischkurs - wenn die Zeit die ganze Fahrt über so schnell verstreicht komme ich nicht besonders weit.

Nun ist es auf dem Schiff tatsächlich so gewesen, daß ich immer etwas zu tun hatte. Von Langeweile war also keine Rede, im Gegenteil, ich habe nicht mal annähernd alles geschafft was ich mir vorgenommen hatte und Bücher hatte ich auch noch übrig! (Nur der Whisky war recht pünktlich leer!)

Offiziersmesse

Während dieser Überfahrt lernte man sich unter den Passagieren recht gut kennen, zwar gab es Anzeichen von »Lagerkoller« aber wir verstanden uns alle doch sehr gut. Die Passagiere, die später noch hinzu kamen waren ein französisches Pärchen mit Landrover (Pierre und Phounge) und die beiden Liechtensteiner Axel und Renee auf ihren Motorrädern. Zuletzt noch Peter aus Österreich, der alleine mit seinem Landrover an Bord kam, jedoch seine Frau und die beiden Kinder in Buenos Aires erwartet.

Auch zur Crew entstand ein sehr gutes Verhältnis, selbst anfangs grummelige Offiziere wurden mit der Zeit lockerer - mit den Jungs konnte man einigen Spaß haben. Das führte auch dazu, daß der Abschied bei der Ankunft in Buenos Aires herzlich ausfiel - nun, es flossen keine Tränen aber gerührt war man schon.

Die Ankunft war bei mir wie eine Zeitreise zurück zum Tag meiner Abreise in Mülheim - mit einem mal war ich wieder nervös! Über einen Monat war ich nun völlig entspannt und die Ruhe in Person aber beim Anblick des Hafens in BsAs klopfte mein Herz wieder bis zum Hals!

Hafen Buenos Aires

Die (nicht so ganz endgültigen) Abschiede vor dem Hafen gingen recht schnell über die Bühne - Renato bekam von mir noch ein »SUERTE« zugerufen, da hoppelte die Oryx (ausgebauter Steyr-LKW) auch schon vom Hof. Mit Renee und Axel machte ich mich dann auf den Weg zu unserer neuen Unterkunft bei DakarMotos in Vicente López, einem Vorort von Buenos Aires - Aber das wird eine andere Geschichte...


Weiter geht es mit meinem Bericht, der hoffentlich auch hilfreiche Details fuer andere Frachtschiffreisende bieten kann.

Vorbereitung & Buchung

Den endgültigen Anstoß zum Buchen der Frachtschiffreise bekam ich »erst« im Februar, der ungefähre Starttermin sollte im September oder Oktober liegen. Das sollte doch eigentlich passen!?

Auf der Suche nach Frachtschiffreisen mit Begleitfahrzeug (also Ro/Ro) stößt man fast nur auf Grimaldi aus Palermo, Agenturen zur Buchung in Deutschland gibt es reichlich. Ich bin nach einigem hin und her bei Christina Horn und ihrer Agentur Internaves gelandet, im nachhinein möchte ich den äußerst freundlichen Kontakt und die sehr gute und schnelle Zusammenarbeit loben!

Die Agenturen bekommen ihre Informationen direkt von Grimaldi und geben sie auch so weiter. Aus eigener Erfahrung kann ich sagen, dass es keinen Sinn macht Anfragen bei mehreren Agenturen abzugeben. Alle bekommen die gleichen, falsc hen Informationen von Grimaldi. Interessanterweise bekam ich die letzte freie Kabine auf der MS Grande Buenos Aires im September - genau wie zwei andere Pärchen an Bord! Sie hatten noch früher die jeweils letzte Kabine gebucht, natürlich hatten wir alle unsere eigene Kabine, es war auch nichts überbucht allerdings mache ich mir Sorgen um das italienische Schulsystem, besonders im Fachbereich Mathematik!

Empfohlen werden weitere Anreisen 24 Std. vor dem Ablegetermin. Kann ich genau so weitergeben! Zum einen ist es so wesentlich entspannter, außerdem habe ich nun mitbekommen wie flexibel die Logistik an Bord gehandhabt wird (werden muss!).

Info

Der Kontakt zu Grimaldi wird u.a. von Internaves empfohlen. Andere Passagiere hatten diese Information nicht und standen (dank mangelnder Kommunikation) fast einen ganzen Tag zu früh im Hafen.

Wochen vor dem angegebenen Starttermin bekam ich die Info von Internaves, daß sich der Ablegetermin um sechs Tage verzögert. Ein paar Tage vor der Abreise ließ ich mir den Termin von Grimaldi in Hamburg bestätigen, insgesamt verspätete sich das Schiff um acht Tage. Beim Hafenagenten in Hamburg bekommt man auch noch die letzten Informationen zum Ablauf im Hafen.

Anreise & Abschied

Die Anreise selber war eher öde, es war auch nicht anders zu erwarten da wir bei wechselhaftem Wetter über die norddeutschen Autobahnen nach Hamburg fuhren. Das schöne an der Tour war (abgesehen von meinem Aufbruch nach Südamerika) die Tatsache, daß ich von meinem Vater per Motorrad begleitet wurde.

Nach eher ermüdender Fahrt kamen wir im Hotel in Hamburg an. Mal abgesehen von der Torautomatik der Tiefgarage, die kein Interesse an Motorrädern zeigte, ging alles glatt! Abends ging es , wie es sich für den »maritimen Abschied« aus Deutschland gehört, gemeinsam auf die Reeperbahn. Zuerst noch ein gemütlicher Spaziergang an den Landungsbrücken und dann ging es ab ins Getümmel. Diverse Einladungen netter junger Mädchen ignorierend gönnten wir uns bei Jazz und Funk ein »paar« letzte Drinks.

Der letzte Tag. Ohne Stress und unnötiger Aufregung besuchten wir die Landungsbrücken (natürlich mit Hafenrundfahrt) und die Speicherstadt. Bis zum Nachmittag genossen wir den Tag mit Sightseeing-light und letzten Gesprächen. Danach ging es zurück zum Hotel und ab in den Hafen... Gut ich gebe ja zu, daß mein Puls wieder in die Höhe ging. Im Hafen war ich allerdings wieder sehr ruhig, da ich mit allem anderen genug zu tun hatte.

Ankunft & Verladung

Im Hamburger Hafen

Der Liegeplatz der Grimaldischiffe ist am O`Swaldkai, Schuppen 48. Da es sich um das Firmengelände der Firma Unikai handelt, ist das Anmelden von Begleitpersonen über Grimaldi unbedingt nötig! Der Zoll spielt übrigens (zumindest bei mir) keine Rolle.

Die Anmeldung beim Hafenpersonal war kein Problem. Die Verladecrew der Grande Buenos Aires gab auch schnell ihr ok zum Verladen meiner Dicken und der zwei Campingwagen, die sich mittlerweile eingefunden hatten. Da der Lademeister der Firma Unikai uns aber noch nicht auf dem Gelände haben wollte, mußten wir noch vor der Schranke warten.

Die Idee, uns zur Anmeldung schon einmal per Shuttlebus an Bord zu holen, war ja eigentlich nicht schlecht. Wir wurden vom Steward an der Laderampe empfangen, auf das Personendeck (Deck 12) begleitet und dem dritten Offizier und dem Captain vorgestellt.  Nach der Anmeldung mit Ausweis und Impfpaßkontrolle bekamen wir unsere Kabinen gezeigt und bekamen auch schon das erste Abendessen. Spätestens dabei bekam ich meine Krise! Mein Motorrad steht samt Gepäck draussen vor der Schranke auf dem Parkplatz, außerdem stand mein Vater noch in der Gegend herum und den Abschied hatte ich mir etwas anders vorgestellt.

Nach gezielter Stichelei und dezenter Verdrehung der Tatsachen konnte ich bis zur Verladung am Motorrad warten! So war auch die Sache mit dem Abschied gerettet. Nach insgesamt ca. fünf Std. im Hafen kam das ok des Hafenmeisters zum Verladen, vorher wollte er uns nicht auf das Gelände lassen, da es zu hektisch herging und er uns nicht mitten drin haben wollte. In anderen Häfen lief die Verladung wesentlich sorgloser ab.

Mein Vater durfte mir auch tatsächlich bis zur Laderampe folgen. Dort gab es neben einem letzten und nicht leichten Abschied ein herrliches Verladechaos. Die Camper wurden vom Lademeister des Schiffes selber gefahren und geparkt (Später durften die Besitzer es immer selber machen !?). Auf meine Frage, wer denn mein Motorrad auf das Schiff fährt sagte er mir, daß ich das natürlich selber machen soll. Vielleicht hat er das Funkeln in meinen Augen bemerkt und richtig gedeutet. - Glück für ihn!

Anmerkung zur Verladung

Afrikanerin im Käfig

Anfangs wurden Camper und PKW der anderen Passagiere und leider auch meine Dicke direkt hinter die Laderampe gestellt. Natürlich wurde alles vernünftig gesichert aber wir mussten in den ersten Häfen alles rausfahren und nachher wieder aufladen.

Es war anscheinend die Schuld des alten Lademeisters, der später in Le Havre ausgetauscht wurde! Jedenfalls durfte ich mein Motorrad später in Bilbao in einer Art Materialschuppen unterbringen der in den Häfen auch abgeschlossen war.

Achtung

So oder so - Beim Verladen eines Motorrades alle Kleinteile und Gepäckstücke entfernen. Alles was mal eben geklaut oder beschädigt werden kann, sollte besser mit in die Kabine genommen werden!

Die Afrikanerin stand später also gut abgeschlossen und abgespannt in ihrem Käfig. Auch die anderen konnten sich bald darauf entspannen. In Dakar mußten sie ein letztes Mal von Bord um danach sicher verstaut zu werden.

Die Crew

Offiziere beim Essen

Unter den Offizieren befanden sich größtenteils Italiener, gefolgt von Indern und einem Pakistani. Die Mannschaft kam aus Italien, Indien und Rumänien.

Unser »Master« war ein Chef wie er im Buche steht, launisch unberechenbar und arrogant! Macht aber nichts, mit ihm hatten wir nicht viel zu tun und bei Landgängen hat er nicht unnötig widersprochen.

Der Steward hatte anfangs in Antwerpen gewechselt. Aus Jerry wurde also Costa, er war zuerst etwas schüchtern und unsicher, das legte sich später.

Der Koch hatte eindeutig etwas gegen mein Motorrad, ansonsten hätte er mich nicht mit all dem guten Essen gemästet. Auch der Rest der Crew war (abgesehen von ein paar ewig grummeligen) einsame Spitze!

Als Passagiere wurden wir immer sehr höflich behandelt. Wenn es Arbeit und Zeit zuließen wurde auch gerne mal über dieses und jenes gequatscht. Die Spanne reichte dabei von Zylindern und Kolben mit dem Chefingenieur bis zu »Frauenthemen« mit Sicherheitsoffizier Bilal.

Offizielle Bordsprache ist übrigens Englisch wobei die größtenteils italienischen Offiziere meist italienisch gesprochen haben.

Das Schiff

An Deck

Ein sogenannter Co/Ro-Frachter. Das bedeutet, daß der vordere Teil des Schiffes im großen und ganzen aus einem Containerdeck besteht. Der Großteil der Fracht wird allerdings in einem der Ladedecks im Schiff untergebracht. Beginnend bei Deck 1, über Deck 3 mit der Laderampe, bis zu Deck 11. Auf Deck 12  befindet sich das Personendeck mit Kabinen und allen möglichen Einrichtungen. Deck 13 ist das große Oberdeck auf dem auch die Brücke ist. Hier werden meist Gebrauchtwagen untergebracht, die entweder per Laderampe oder Kran aufgeladen werden.

Aufenthaltsraum für Offiziere und Passagiere

Aufenthaltsraum

Hier gibt es neben Tischen, Stühlen und Sitzecken noch das Bordkino. Ein Fernseher mit DVD-Player und Videorekorder stehen zur allgemeinen Verfügung.

Zum allgemeinen Zeitvertreib hat sich eine beachtliche Menge an Brettspielen, Puzzles, Bücher und Filmen angesammelt. Während die Bücher in den unterschiedlichsten Sprachen gesammelt wurden, gibt es bei der Auswahl der Filme leider nur ein überwiegend italienisches Angebot (VHS). Renee konnte sich allerdings auch über die Bollywood-Filme des indischen Chefingenieurs freuen, leider nicht mein Geschmack.

»Sporthalle«

Dieser drei-Kabinen-große Raum bietet eine Tischtennisplatte, einen Kicker, zwei Trainigsräder, zahllose Hanteln und eine dieser Multikraftmaschinen.

Betätigen darf sich hier jeder, je nach Crew wird er auch mal mehr und mal weniger benutzt. Es gab eigentlich nie Engpässe. Wenn doch hat man halt gegeneinander gespielt. Üblicher Einsatz bei Kickerspielen »sind 40" Container«!

Je nach Koch ist der Besuch des Gymnasiums übrigens dringendst empfohlen!!!

Kiosk

...gibt es nicht. Der Verkauf von Getränken, Zigaretten und anderen Kleinigkeiten läuft über den Steward oder den Koch. Es wird also aus der Küche heraus verkauft. Beschränkungen in den Häfen gibt es nur bei Zigaretten, allerdings ist die Küche am frühen Nachmittag und nach dem Abendessen geschlossen. Für die abendliche Versorgung muß also vorgesorgt werden.

Waschküche

Um das Gepäck in Grenzen zu halten kann man die Waschmaschinen an Bord benutzen. Die Benutzung läuft auf »wer zuerst kommt wäscht zuerst Basis«. Holt man seine Wäsche etwas zu spät ab, kann sie auch schon mal in einem fein säuberlichen Haufen auf der Maschine liegen.

Natürlich ist es kein hochmoderner Waschsalon. Es gibt Einheitswaschpulver, Schleuderdrehzahlen von max 500 U/min und keinen Trockner. Das Trocknen der Wäsche kann sich aber als sehr lustiger Freizeitspaß herausstellen. Spannt man die zweite Leine in der Kabine, kann es abenteuerlich werden!

Außenkabine 

in der Kabine

Die Kabine hat geschätzte 15m² und besteht aus zwei einzelnen Betten, Schreibtisch, Stauraum ohne Ende, Kühlschrank, Fernseher, Fenster, Belüftung, Klimaanlage und einem Badezimmer mit Toilette, Spiegelschrank und Dusche (mit Klappsitz!).

Steckdosen sind reichlich vorhanden, 230V; und Eurostecker (die schmalen mit 2 Pinnen!) passen.

Kurzum. in so einer Kabine kann man sich richtig einnisten und auch pudelwohl fühlen. Zumindest ging es mir so.

Freizeit und Bordleben

Täglicher(!) Anblick

Ich habe zu hören bekommen, daß es an Bord totlangweilig wird, man nichts machen kann und daß einem die Decke auf den Kopf fällt.

Natürlich reagiert jeder anders auf einer solchen Reise, aber ich kann die negativen Kommentare zu Frachtschiffreisen (die man ja sehr häufig im Internet findet) nicht nachvollziehen!

Na gut, ich erzähle auch wie ich dazu komme... Dieser Text entstand an meinem 24. Tag an Bord und ich kann mich an ungefähr 16 Minuten Langeweile erinnern. Die restliche Zeit wird unter Garantie genau so verlaufen (Kommentar aus der Zukunft bzw. Gegenwart: So ist, ähh war es!).

Um es einfach mal aufzulisten, man kann schlafen, lesen, lernen, spielen, Reisen planen, quatschen, auf das Meer starren, die Brücke besuchen, beim Laden und Löschen zuschauen und natürlich Essen!

Das ist es also was die gewöhnlichen Tage beinhalten. Immer wieder interessant ist das Ein- und Auslaufen in den Häfen. Hier kommt Abwechslung ins Spiel; sei es ein brennendes Auto auf dem Oberdeck oder eine abgerissene Hydraulikleitung am Verladekran. Man lernt dabei auch gleich fluchen auf italienisch!

Wenn man also nicht nur mit Zahnbürste und Unterhose an Bord kommt, gibt es reichlich zu tun. Neben allerlei Schreibkram habe ich hier und da meine Reise vorbereitet und auch hier und da mal spanisch gelernt. Als mir mal langweilig wurde, bin ich eingeschlafen!!

Essen & Trinken

Abteilung für Gewichtszunahme

Natürlich ist das Essen vom Schiffskoch abhängig! In meinem Fall war es ein netter Kerl, der zwischendurch mal in die Messe schaut um sicherzustellen, daß auch jeder genug hat. Sollte es dann jemand wagen zu winken und zu sagen:Ein bisschen hätte ich gerne noch!, so sollte er sich nicht wundern beim Nachschlag die dreifache Menge Pasta in den Händen eines wohlwollend grinsenden Kochs zu sehen. - Das wäre der erste von drei Gängen! Das Obst als Gang vier, kann aber auch mal Kuchen oder Eis sein, zähle ich nicht mit. Abends fängt das Spiel dann wieder von vorne an.

Berichte anderer Frachtschiffreisender, die das Essen schlecht machen, kann ich also (bei diesem Koch!!!) entschärfen. Daß man allerdings nicht mit aufwändig verzierten Tellern und gekühlten Salatgabeln rechnen sollte, ist hoffentlich klar!

Die Getränkeregelung beim Essen ist recht witzig. Eine große Flasche Wasser, die Dose Cola oder Bier kostet je einen Euro, die 0,25l Flasche Wein beim Essen ist allerdings gratis! Der Wein ist sogar recht gut, allerdings kann man ihn bei erhöhtem Konsum über einen Monat nicht mehr sehen. Bei gutem Kontakt zum Steward und den Tischnachbarn bekommt man auch die eine oder andere Flasche mehr.

Trinkwasser gibt es an Bord natürlich auch gratis. Das Wasser im Badezimmer und an den Trinkwasserspendern in den Gängen (gekühlt) kommt aus der bordeigenen Meerwasserentsalzungsanlage, die ich aufgrund eigener Erfahrung empfehlen kann!

Alkoholgenuss an Bord ist soweit kein Problem, es hat sich nie jemand um selber mitgebrachten Alkohol gekümmert (Ich hatte auch nur ca. 4l Whiskey dabei), allerdings sollte man ihn nicht offen über das Schiff schleppen und auch nicht sturzbetrunken in der Gegend herumirren! Für die Crew gilt Alkoholverbot, das sollte man bedenken.

Ankunft & Abladen

Da man in den Häfen jederzeit an sein Fahrzeug kommt, kann frühzeitig gepackt und geschleppt werden. Der vorletzte Hafen war in unserem Fall nicht weit vom Zielhafen entfernt, was es einfacher machte einen Teil seines Gepäcks schon einmal zu verstauen.

Nach dem Einlaufen in Buenos Aires gab es erst mal die normale Zollabfertigung der Schiffsladung. Währenddessen sollten sich die Passagiere schon einmal im Versammlungsraum einfinden um die Einreiseformalitäten zu erledigen. Die Abfertigung verlief problemlos und sehr freundlich. Bei Sprachproblemen half der Captain auch gerne weiter.

Der erste Anflug von südamerikanischer Bürokratie war schon an Bord zu spüren. Alles wurde sehr genau ausgefüllt ohne auch nur die geringste Ahnung zu haben was man da schreibt. War aber nicht schlimm, da es tatsächlich keine Probleme gab.

Benötigt werden für die Einreiseformalitäten:

  • Reisepass
  • Fahrzeugschein - am besten der internationale
  • Liste der elektronischen Geräte
    Die Liste wird unterwegs schon gebraucht und bei der Einreise nochmal.
  • KEIN!!! Versicherungsnachweis
  • Das war's schon

Da ich meinen ganzen Krempel zwar schon fertig gepackt aber noch in der Kabine stehen hatte war nun leider Hektik angesagt! Wer noch Kisten anbringen, Taschen aufschnallen und all die kleinen Zusatztaschen anbringen muß, der sollte es lieber vorher machen. Nachdem der letzte abgefertigt ist, werden die Passagiere gesammelt mit ihren Fahrzeugen vor dem Schiff erwartet! Ich hatte eine halbe Stunde und war reichlich im Streß. Andere sind noch gemütlich essen gegangen und kamen langsam hinterher, riskierten dabei aber stärkere Kontrollen wegen der dann folgenden schlechten Laune der Zöllner.

Nun werden die Fahrzeuge nochmal kontrolliert (auch mit Hund!), danach bekommt man die Importationspapiere ausgehändigt (Eintragungen kontrollieren!) und wird geschlossen zum Hafenausgang eskortiert. Bei uns war dann soweit alles in Butter und wir konnten nach kurzer Wartezeit an der Schranke das Hafengelände verlassen.