Cockpit

Da mir aufgemotzte Rallyecockpits zwar gefallen, ich aber der Meinung bin, daß der Normalreisende sie eigentlich nicht braucht, hatte ich mich ursprünglich dagegen entschieden.

Nun wurde es aber mit der einen oder anderen Idee etwas voll im originalen Cocpit, so kam es schleichend zu einem Umbau, den man schon fast "Rallyecocpit" nennen kann.

Das Cockpit bei Abfahrt

Die Grundplatte aus Aluminium habe ich mir selber gebastelt. Dazu habe ich mir ein Profil mit Papier und Schere zurechtgeschnibbelt, das ich dann auf die Aluplatte übertragen hatte. Wo andere mit Laser schneiden, hatte ich nur die Flex und ne Feile, ist aber doch recht gut geworden.

Was ich so alles im Cockpit unterzubringen hatte:

  • IMO 100R300 + FB
  • Lampeneinheit (Eigenbau)
  • GPS-Halter (Eigenbau) mit Garmin GPS III+
  • Aktivantenne (weil ich sie halt hatte) - dennoch war sie überflüssig!
  • Kartentasche - nette Idee aber nicht unbedingt nötig
  • Pro-Oiler Steuereinheit
  • Steuereinheit für die Heizgriffe - Unnütz, sind raus!
  • Bordnetzsteckdose (klein) - Benutzen nur BMW-Fahrer ;)
  • Zig.anzündesteckdose (groß)
  • Schalter für Kühlerventilator ("Handbetrieb") - Nette Idee, ist raus!
  • Schalter für Zusatzverbraucher (Steckdosen, ...) - Dumme Idee, ist raus!

IMO 100R300

Wer die interne Batterie des IMOs selber tauschen will, der braucht, neben der Batterie, noch einen Lötkolben, Lötzinn, Heissklebepistole und ein kleines Messer.

Wer Erfahrung mit Elektronik hat, der bekommt das auch selber hin. Ansonsten Finger weg!!! Man kann reichlich dabei zerstören!

Wunderbares Spielzeug von dem Hersteller mit den zwei Bergen im Logo. Habe ich eigentlich nur verbaut, da mein originaler Tripmaster nach 12.000km versagt hat und ich im AT-Forum ein gutes Schnäppchen gemacht habe. Er passt wunderbar an die Halterung des originalen Tripmasters. Man benötigt entweder eine Halteplatte von Touratech (L-I-K bzw. L-I-KS) oder man baut sie sich selber. Die originalen Gummidämpfer können ebenfalls weiter benutzt werden.

Montage anstelle des originalen Tripmasters macht keine Probleme. Nur das verstauen der Elektronikbox des IMOs ist recht spannend!

Während der Reise in Argentinien hatte ich den IMO direkt auf der Aluplatte verschraubt. Später kam er per Halteplatte und Schelle direkt an den Lenker. Es gab soweit nicht ein Problem mit dem Teil.

Elektrischer Anschluß

Der Öltemperatursensor von Touratech ist leider nicht unbedingt alltagstauglich. Durch Vibrationen und all die Einflüsse, denen er ausgesetzt ist, gammelt der kleine Lötzinnkopf recht schnell weg!

Mehrfache Anfragen bei Touratech haben ergeben, dass sie ihn nur so herstellen und ausliefern. keine andere Möglichkeit bei Touratech

Die Stromversorgung

...bekommt man vom originalen Tripmasteranschluss, man kann sie also gleich im Cockpit vom Kombistecker abgreifen.

Drehzahlmesser

...kann auch ohne weiteres benutzt werden. Zwischen den Blinkerverbindungen im Cockpit befindet sich noch ein einzelnes gelbes Kabel. Mit dieser Verbindung und der Drehzahlanpassung (=2) im IMO hat man eine stabile Drehzahlanzeige



Öltemperauranzeige

Über die entsprechende Adapterschraube und den Temperatursensor von Touratech. Da der Anschlusskopf nicht alltagstauglich ist, bestellt man den Temperatursensor immer mal wieder nach, steigt auf die Wassertemperaturanzeige um oder repariert ihn wie folgt...Auf die Überreste des Anschlusskopfes, setzt man einen Lötkabelschuh in beliebiger Form und füllt ihn mit Lötzinn auf. Wie lange das hält weiss ich leider nicht, da ich mir die Konstuktion bei der montage des Motorschutzes wieder zerstört hatte. Vorsicht also!

Wassertemperauranzeige

...ist eine echte Alternative zu den Problemen mit der Öltemperatur. Man braucht nur den »Temperatursensor R1/8" keglig«, den gibt es zwar nicht mehr im Katalog, wird aber auf Anfrage geliefert. Der Wassertemperatursensor wird anstelle des originalen Sensors im Thermostat eingebaut.

Radsensor

...kann per Halteblech und Schrauben an der Bremsscheibe befestigt werden. Die Lösung habe ich vom Vorbesitzer des IMOs, funktioniert problemlos.



Lampeneinheit

Aus purem Geiz habe ich mir meine eigene Lampeneinheit gebastelt. 10 Euro für die LEDs, alles andere war Restmaterial. An dieser Stelle ein Dank an Touratech die mir die Aufkleber für die hauseigene Lampeneinheit mit einer anderen Bestellung mitgeschickt haben.

Die Lampeneinheit besteht aus den 5 LEDs in den entsprechenden Farben. Bestellt man sie gleich mit Vorwiederstand für 12V und im Gehäuse, hat man weniger Arbeit. Geschickt wäre es, die LEDs in extraheller Ausführung zu bestellen ABER die LED für das Fernlicht kann man ruhig etwas schwächer wählen oder einen zusätzlichen Vorwiderstand einbauen. Da die Anzeige ja gewöhnlich Nachts zum Einsatz kommt, ist man ansonsten unnötig geblendet

Hat bei mir in einer stürmischen Nacht dazu geführt, das ich eine Zigarettenkippe in die LED-Fassung gestopft habe um überhaupt noch etwas sehen zu können.

GPS

Garmin GPS III+ - Einfaches Teil. Wo andere ohne einen 24" TFT Autorouting-Super-Highend-Autopiloten nicht mehr Lebensfähig sind, schaue ich auf die Karte! Dadurch habe ich auch gleich irgendwas zwischen 300 und 3000" gespart!!

Abgesehen davon ist die große Variante mit Mikrowelle und Sprachsteuerung einfach zu überdimensioniert, man kann ja einfach mal auf die Karte schauen oder sogar nen Kompaß benutzen. Hat auch den Vorteil das man ohne Batterien oder Satellitenverbindung nicht gleich zwei Tage im Kreis fährt. (Es soll ja Menschen die ohne GPS-Signal nicht mehr zum Supermarkt oder zur Eisdiele finden)

Der Nachgebaute GPS-Halter (danke an die Wüstenkühe) ist eigentlich nur ein einfaches Profil aus Alu, wo das Garmin recht genau reingeschoben werden kann. Montiert habe ich es mit Gummipuffer an der originalen Tripmasterhalterung. Ich musste es allerdings seitlich versetzen, da ich das GPS wegen der Verkleidungsscheibe sonst nicht mehr zur Seite herausnehmen konnte. Das seitliche Versetzen hatte ich zuerst etwas übertrieben. Der Halter war nur an einer Stelle über einen Gummipuffer verschraubt, wackelte also unheimlich hin und her, mit der doppelten Halterung ist nun alles in Butter.

Nach Umbau auf ein minimalistisches Cockpit, ist es jetzt mit einem Adapter an den letzten Resten meines RAM-Mounts montiert, hält phantastisch!

Der einfachste Roadbookhalter!

Da ich durch meine umgebaute Verkleidungsscheibe eh nix sehen kann, sollte man den Platz natürlich auch nutzen! Eines Tages hatte ich meine alte Kartentasche in den Fingern und kam auf die Idee sie einfach per Klettband in die Verkleidungsscheibe zu hängen. So hängt sie genau im Sichtfeld, das wechseln der Blätter während der Fahrt ist natürlich "etwas" fummelig aber man kann ja nicht alles haben.

Ursprünglich wollte ich das ganze noch Beleuchten. In Frage kam eine KFZ-Leuchte, die hinter die Tripmasterhalterung montiert wird. Ich liess die idee allerdings fallen, bisher habe ich das Licht auch nicht vermisst.

Eine andere Möglichkeit wöhre noch eine Kartentaschenleuchte von Louis, ich hatte sie auch mal ausprobiert... Wie es eigentlich schon zu erwarten war, ist die Beleuchtung eher als Spielzeug zu benutzen. Ein einseitig bedrucktes und nicht gefaltetes Kartenblatt wird ganz wunderbar ausgeleuchtet. Das war es aber auch schon. Benutzt man nun eine herkömmliche Karte, kann man das ding schon vergessen!

Stromversorgung

Als Stromversorgung für das GPS, die Steckdosen im Cockpit und der Steckdose im Sitzbankfach, habe ich einen kleinen Verteiler- und Sicherungskasten in das Sitzbankfack gebaut. Abgegriffen habe ich direkt an der Batterie, abgesichert sind die Verbraucher mit einer 10A Sicherung.

Die Steckdosen im Cockpit sind für Beleuchtung und was mir sonst so einfällt, die Dose unter der Sitzbank ist zum laden der Akkus (Kamera und so) bestimmt.

Da die Schalter sich als nutzlos erwiesen haben, flogen sie auch bei dem Umbau raus. Nur ein »Hauptschalter« unter der Seitenverkleidung gibt es noch - gegen Stromdiebe.

Lüftersteuerung

Um den Lüfter am Kühler im »Handbetrieb« laufen zu lassen, habe ich noch nen Schalter für den Lüfter in das Cockpit gebaut. Der Lüfter läuft dann entweder Automatisch, wie gehabt, oder eben Manuell. Auch wenn es eine nette Idee war, habe ich auch Sie wieder verworfen. Die AT überhitzt ja nicht mal eben, daher flog er raus.

Wer das aber doch nachbauen will, der braucht einen Schalter seiner Wahl, der wird auf der einen Seite mit der Masse verbunden, auf der anderen Seite führt man ein Kabel zum Lüftermotor. Der originale Thermoschalter bleibt mit angeschlossen um den Lüfter über die Temperatur zuzuschalten.


Aktuelles Cockpit

Zuerst eine kleine Acerbis Lampenmaske, später dann doch die Lampenmaske, samt Scheinwerfer einer DR650. Die Acerbismaske war eher für kleine Offroadmaschinen mit zierlampe vorne dran. Im dunkeln ist an Licht nicht zu denken!

IMO und Lampeneinheit sind am Lenker festgeschraubt, GPS hängt am RAM-Mount, das war´s! Na gut, die eine Steckdose hängt noch am Lenker und die Steuereinheit vom Pro Oiler hab ich mir auch noch wohin geklebt.

Das Kabelzeug, das unter der Originalverkleidung wunderbar viel Platz hat, unter die Lampenmaske zu bekommen war der schwerste Teil an der Nummer!

Warum das alles?

Angefangen hat es mit dem Bruch meines Geweihs. Ja Genau da! An der einzigen wirklichen Haltestrebe vom Lenkkopf zu dem kiloschweren Vorbau mit Plastik, Scheinwerfern, Elektronik und dem Cockpit!

Schaut man sich die Halterung seitlich an, sieht man, daß die obere Haltestrebe aus zwei Teilen besteht und verschweißt ist. An dieser Naht ist das Material so dünn, daß es nur eine Frage der Zeit (und der Straße) ist, bis sie bricht! In meinem Fall ist es zwei mal passiert... nur durch Vibrationen!

Abgesehen davon verabschiedete sich auch meine selbstreparierte Frontverkleidung an der einen oder anderen Stelle. Zuerst nur durch Vibrationen, nach dem ersten "Crash" wurde es nicht besser.

Also... entschied ich mich dazu, mich nicht weiter mit dem ganzen Plastik herum zu ärgern und habe mich davon verabschiedet. Ein wenig leid tut es mir um die originale Optik leid und man hat mit solchen Umbauten dann doch wieder andere Probleme